… und nennt das Stadtentwicklung! Angeblich – laut eines Gutachtens – muß die Stadt ca. 1200 Wohneinheiten zusätzlich zur innerstädtischen Entwicklung bis 2030 bauen, um der enormen Nachfrage nach bezahlbarem Bauland gerecht zu werden. Es ist beabsichtigt, auf ca. 100 ha Acker- und Weinbergsfläche im Südwesten von Landau diese Fläche zu erschließen. Das Problem ist nur, daß dadurch nicht nur 50 ha wertvolles Ackerland, sondern auch für Wollmesheim ca. 50 ha seiner Weinbergsfläche von 225 ha unwiederbringlich verloren gehen wird. Das entspricht der Existenzgrundlage von 5 Weinbaubetrieben. Ersatzflächen sind nicht in Sicht, die Landpreise in diesem Gebiet sind eingefroren, die Land- und Pachtpreise außerhalb beginnen zu steigen. Natürlich sind die Wollmesheimer Winzer alles andere als “amused” über diesen Plan der Verwaltung, der von langer Hand im stillen Kämmerlein vorbereitet wurde und ganz urplötzlich Ende Februar 2016 das Licht der Welt erblickt hatte.

https://info.landau.de/vo0050.asp?__kvonr=345

Was nun? Geduldig eine so weitreichende Entscheidung ertragen von einer Stadtspitze, die erst seit wenigen Wochen gewählt wurde, ohne vorher über dieses Vorhaben zu informieren? Wie ein braves Lamm vor der Schlachtbank? Weit gefehlt – die Stadtführung kann sich vorsorglich schon mal warm anziehen! Zugegeben, da es derzeit erst eine “Voruntersuchung” ist, die der Stadtrat mit knappen 4 Stimmen schlecht informierter Ratsmitglieder positiv abgestimmt hat, ist derzeit juristisch kein Hebel möglich. Es gab reichlich Kontakt mit allen Fraktionen, Gespräche mit Bauern- und Winzer-Vertretern und anderer Behörden, allein, es läuft im Moment den Gang der Dinge.

Eine Info-Veranstaltung der Stadt in unserer Festhalle, zu der sie verpflichtet ist laut Baugesetz, war eher peinlich für die Planer, da die Stimmung bei ca. 400 anwesenden Zuhörern und Betroffenen alles andere als harmonisch war. Die regionale Presse war zugegen wie auch ein Team vom SWR.

http://swrmediathek.de/player.htm?show=85aef5b0-0e2a-11e6-be5d-0026b975e0ea

Aus Landau-Südwest kommt zusätzlich hilfreiche Unterstützung von den dortigen Anwohnern, die auch betroffen sind. Seite für Seite durchpflügen sie das Gutachten zum angeblich unbedingt notwendigen Wachstum der Stadt und legen die Finger in die Wunde! Auch ich bin Winzer in Wollmesheim, aber wenn der Tag zu Ende geht, stellt sich eine seltsame wie bleierne Müdigkeit ein, noch nach der Arbeit im Weinberg gegen Alle und Jeden aufzubegehren. Wir wären zwar die Ersten, deren Existenz beendet werden könnte, haben aber nicht die “Festplatte” und den notwendigen “Prozessor”, um das Problem Landfrass konsequent zu verfolgen und zu widerlegen. Hier schon mal ein großer Dank an Südwest!

Dort ist auch eine BI entstanden, die informiert über aktuelle Nachforschungen und Entwicklungen. Dort sind keine Planer am Werk, die modern und nach Rechenbeispielen das Leben in Landau planen für Menschen, die noch gar nicht hier wohnen, sondern die hier nach Landau gezogen sind in einer Zeit, wo die Stadt noch schön war mit innerstädtischer Infrastruktur wie der die Stadt umgebenden ländlich weinbaulichen Hügellandschaft. Gerne lege ich allen ans Herzen, auf der Seite der BI einmal vorbei zu schauen.http://landauer-zukunft.de