Nur so geht es. Im Glas wartet gerade der Wein eben dieser pilzresistenten Neuzüchtung aus dem Hause Blattner, die in drei Tage hier am Haus seine neue Heimat finden wird. Der VB CAL 6-04! Manche Winzer sitzen immer nach Feierabend irgendwo und arbeiten weiter. Meistens ist es aber keine wirkliche Arbeit, sondern Vergnügen – das Weintrinken. Mit jedem Schluck versuche ich im Moment, den Namen dieser Rebe, dieses Weines zu erraten. Er muß einen sehr speziellen, sehr reizvollen und gleichzeitig großen Namen haben – denn so schmeckt er. Noch verrät er ihn nicht, auch wenn schon viele Winzer ihn anbauen und lobpreisen. Wahrscheinlich stimmt das Passwort noch nicht, um den Wein zu öffnen und den Duft und die Aromen mit einem wunderschönen Namen zu verbinden.

Wenn kleine Weinbergsschlepper ihre Arbeit machen, fliegen und laufen oft Raben, Krähen und Dohlen hinter der Maschine, um ihren Magen mit den gefundenen Leckereien zu füllen. Wenn große Traktoren kommen, um den Boden in einer Tiefe von bald 60cm zu bearbeiten, laufen normalerweise immer viele Winzer hinterher und bewundern die Kraft und das Material, das so leicht diese schwere Arbeit verrichtet.

Die Schafe haben dafür eher ein mitleidiges Lächeln übrig, ihnen wir nämlich in dem Moment ein wenig die Speisenkarte zusammen gestrichen. Für mich allerdings ist es eine bedeutende Erleichterung bei den Pflanzenschutzmaßnahme, da ich nicht mehr 6-8 mal während der Saison den Elektrozaun öffnen muß und schließen, außerdem bei stärkerem Wind auch nicht mehr das Haus und die Fenster mit einem leicht grauem Spritzmittelbelag benetze. Und wenn sie wüsten, daß dort einmal der VB CAL 6-04 wachsen wird, sie würden bestimmt vor Freude einen Salto rückwärts machen.